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Gemütszustand

Donnerstag, 26. November 2009

Mein Blog zickt!

Fast wär ich jetzt nicht in der Lage, das hier zu schreiben, weil mein Blog zickt. Bei Anmeldung schmiss er mich jedesmal auf die Startseite von twoday, bei Aufrufen meiner site von dort vergaß twoday wieder, dass ich eh schon angemeldet war - da beisst sich die Katze in den Schwanz.

Ich hätt's verschmerzen können, mir fällt heut eh nix ein.

Was ich weniger verschmerzen kann sind die Nachtschmerzen. Ich versuche krampfhaft, mir einzureden, dass es wesentlich schlimmeres gibt. Gibt es auch. Aber nicht, wenn du um 2 Uhr, um 3 Uhr, um 4 Uhr und um 5 Uhr wach liegst und den Nerv verwünschst, der dir vom Arsch bis zum Knöchel zieht.
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Freitag, 30. Oktober 2009

Vom Glück

Glücklich sein ist eine Gabe. Das Glück will hart erarbeitet werden, es fliegt einem nicht einfach zu. Die Arbeit besteht darin, sich jeden Tag, jede Stunde, immer wieder vor Augen zu führen, wie gut es einem geht.

Manchmal geht einem das verloren, manchmal kann man sich sein Glück nicht vor Augen führen. Nämlich dann, wenn einen Ereignisse schwächen. Dann ist es schwer, wenn nicht gar unmöglich, die Bilder des Glücks zu sehen. Auch in diesen Zeiten gilt: Üben, üben, üben, dann kommen die Glückstage wieder von alleine.

Ich darf für mich in Anspruch nehmen, in meinem Leben sehr gut gelernt zu haben, glücklich zu sein, und dieses Glück auch schätzen zu wissen. Auch wenn es dann Personen gibt, die für mich sehr wichtig sind, und trotzdem immer wieder versuchen, mir die Zitronen zuzuschanzen. Egal, nach einer kleinen Weile mach ich wieder Limonade draus, um ein altes Klischee zu bedienen.

Wie gut es mir tatsächlich geht, lässt sich unter anderem (nicht ausschließlich, aber unter anderem) am Leid und an den Sorgen meiner Umgebung ablesen. Da ist ein Ehepaar, bei ihr wurde vor einigen Monaten Bauchspeichelkrebs diagnostiziert. Nun liegt er mit 3(!!!) Bypässen im Krankenhaus. Da ist meine mich liebende Mutter, die sich von allem und jedem persönlich angegriffen fühlt, und als einzig Schuldige an ihrem angeblich so verpfuschten Leben ihre einzige Tochter sieht, und so verbittert ist, dass sie das Leben einfach nicht genießen kann. Da gab es meinen lieben Freund F., sein Todestag jährt sich am Dienstag zum bereits 5. Male, und ich kann mir vorstellen, wie es seiner Mom noch immer damit geht. Oder die Frau meines Onkels, der viel zu früh vor 4 Jahren ins Gras biss, die bis heute nur in schwarzer Trauerkleidung das Haus verlässt und der kaum ein Lachen zu entlocken ist – ganz im Gegensatz zu früher. Und meine Großeltern, die in ihrem hohen Alter miterleben mussten, dass ihr ältester Sohn hundeelend krepieren musste, nach einem wenig würdevollen Todeskampf, und denen für ihre letzten Lebensjahre das Herz herausgerissen wurde, und die nun in ihrem Leben kaum noch Sinn erkennen können.

Glück ist erlernbar. Davon bin ich überzeugt. Ich habe viel gelernt. Und bin sehr dankbar, dass ich Glück lernen durfte, dass mir Instrumente in die Hand gegeben worden sind, mein Glück zu erkennen und zu fassen. Die Arbeit, sich das Glück zu erhalten, ist hart, ist aber nichts im Vergleich zu den Zeiten, wo Kämpfen (gegen Windmühlen natürlich!) bei mir an der Tagesordnung stand. Ich bin glücklich!
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Donnerstag, 29. Oktober 2009

Alles halb so schlimm

Alles halb so schlimm, der Arzt sagt, wir müssen nur den Vorfuß amputieren, den Rest meines Beines kann ich behalten.

Ernsthaft: Er meint, solange ich den Fuß bewegen kann, ist eine OP sowieso nicht nötig, ich bekomme heute und morgen Infusionen, wenn dann bis Montag das Taubheitsgefühl nicht verschwunden ist, werde ich in die Röhre geschoben. Montag beginnt dann auch die Physiotherapie, und schon bin ich wieder die alte Fly!

Und soll ich euch was sagen Leute? Es geht mir sowas von guuuuuut!
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Freitag, 28. August 2009

FRAGE:

Wo ist mein Elan? Wer hat meine Motivation geklaut? Los, rückt raus das Zeug!
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Dienstag, 25. August 2009

Gesprächsstoff

An jedem Tisch sprachen sie im Laufe des Tages über mich. Über irgendwelche lustige Geschichten über mich als Kind. Da ich mir nie ein Blatt vor den Mund genommen hatte, gibt es deren viele. Mein halber Twintower lauschte andächtig. Hörte viel über ein ihm unbekanntes Kind, mit einer ihm weitgehendst unbekannten Geschichte. Gelacht wurde viel über diese Geschichten. Auch ich lachte über diese Geschichten.

Ein wenig später, wieder daheim, ist mir fast zum Heulen zumute. Was ich schon immer gewusst habe, tritt auf einmal voll ins Bewusstsein. Ich hatte viele Väter und Mütter. Etwa 10 Leute bastelten an meiner Erziehung herum. Haben Sie, egal ob als Kind oder als Erwachsener, mal versucht, es 10 Leuten recht zu machen? Gut, dann wissen Sie jetzt, wie es mir die ersten 10 Jahre meines Lebens ergangen ist.

Einerseits bin ich dankbar, dass doch Leute da waren, die sich um mich gekümmert haben, und nach ihren Angaben haben sie mich alle geliebt. Andererseits haben sie mit mir herumgeschimpft, mich andauernd zurecht gewiesen, mich nie gelobt, und ich war immer das lästige Anhängsel. Schließlich war ich ja nicht ihr Kind, und schränkte trotzdem ihre Freiheit ein.

Da soll sich nochmal irgendjemand wundern, warum ich eine Therapie gebraucht habe!
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Montag, 24. August 2009

Lebensumstände

Wie schnell sich alles ändert.

Hätte man mir vor eineinhalb Jahren gesagt, dass ich im Sommer höchstens noch 2 – 3 Mal am See liegen werde und die restliche Freizeit mit Ausflügen oder sportlich verbringen werde, hätte ich gesagt: NIEMALS! Baden gehen ist meine Leidenschaft!

Hätte mir vor eineinhalb Jahren weiters jemand gesagt, dass ich meinen halben Twintower kennenlernen würde, und nach etwas mehr als einem Jahr mit ihm zusammenziehen werde, hätte ich gesagt: TRÄUM WEITER! Den Mann, der mich erträgt, muss erst erfunden werden.

Hätte mir vor eineinhalb Jahren jemand geflüstert, dass ich bald eine Eigentumswohnung haben werde, hätt ich gesagt: JA WOVON DENN???

Hätte mir vor eineinhalb Jahren jemand erzählt, mein Vater würde mir eine Erbabfindung auszahlen, hätte ich gesagt: JA GENAU, AUSGERECHNET!!!

Innerhalb kürzester Zeit hat sich mein komplettes Leben umgekrempelt, nicht nur privat, ich bin ja auch beruflich die Karriereleiter ein Sprösschen höher gestiegen, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Wenn ich all diese wirklich positiven Veränderungen betrachte, so hat sich mein Leben von damals total beschissen bis zu heute extrem glücklich und zufrieden geändert. Zugegeben, ich habe auch sehr hart für all das gearbeitet. Sei es nun an mir selbst, oder im Beruf, oder im Umfeld. Irgendwann bezahlst du die Rechnung für dein Leben. Ich denke, mir wird jetzt die Rechnung präsentiert. Für all die guten Dinge, die ich in meinem Leben getan habe. Für all die Leiden, die ich als Teen und Twen erleben musste. Das Schicksal hat beschlossen, mir die Sonnenseiten des Lebens zu zeigen.

Ist es so einfach, liebe Leser? Ist es einfach die Summe aus dem, was ich bisher erlebt und getan habe, was mich heute so glücklich macht? Oder bin ich nur glücklich weil ich mir täglich einsuggeriere, es zu sein?

(Nachsatz: Glücklich bin ich nun schon seit etwa 8 Jahren, es handelt sich bei diesem Beitrag also nicht um eine Momentaufnahme, oder um die Zeit nach dem Kennenlernen des Halben Twintowers!)
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Dienstag, 18. August 2009

Guilty

Ich fühle mich schuldig. Bin ich auch. Strafe: Schlafentzug. Heftig. Trotz bereits mehrfach erfolgter Entschuldigung und darauffolgender Absolution des Angriffszieles.

Entschuldigung. Was ist das überhaupt für ein Wort. Ent-Schulden kann mich der andere nicht. Das kann ich nur selbst. Und mir selbst verzeihen ist immer am Schwersten. Scheiß Perfektionismus.
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Freitag, 14. August 2009

Uff

Ich bin überfordert. Heillos.

Darum gehts in ein paar Stunden ab ins Wochenende. Zwar heute noch nicht richtig, weil ich mit Muttern noch zum Notar muss, der etwa 150 km weit weg ist, und am Retourweg müssen wir bei Tante vorbei, weil Muttern dort Schwammerln kriegt...

Ich fürchte mich vor dieser Fahrt, denn ich bin derzeit stressbedingt unausgeglichen. Solche Zustände führen im Normalfall zur Katastrophe zwischen Muttern und mir.

Am Samstag gibt es dann Entspannung. Es ist mir egal, wie das Wetter wird. Ich bleibe zu Hause auf meiner Couch und bewege mich nicht, außer zwischen Kühlschrank und Couch. Dem halben Twintower habe ich bereits frei gegeben. So hab ich meine Ruhe ;-).
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Montag, 3. August 2009

Sauer auf mich selbst

Nagellack auf meiner wunderbaren cremefarbenen Überdecke meiner Couch. Ich sah den Tropfen, der sich in Zeitlupe vom Pinsel zu lösen anfing, und war trotzdem wie erstarrt, schaute zu, wie die Schwerkraft überhand nahm und der Tropfen sich auf meiner Überdecke breit machte. Dann kam Bewegung in meine Glieder und ich versuchte, mit Nagellackentferner diesen Fleck wieder wegzubekommen. Keine Chance. Ich versuchte es mit Putzmittel. Keine Chance. Danchlor traue ich mich nicht zu versuchen, dann ist die Decke vielleicht komplett hin. Danach war ich den Tränen nah und drehte durch. Packte mein Nagelzeugs und warf es kräftig auf den Boden. Müssig zu erwähnen, dass dabei eine Pipette zerbrach, und ich daher auch noch staubsaugen musste.
So, wie auf mich selbst, kann ich Gott sei Dank nie auf jemand anders sauer sein. Ich schäme mich für meine Überreaktion.
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Mittwoch, 17. Juni 2009

Berührt

In einer Serie gab es eine Sterbeszene. Jemand beugte sich genauso über den Sterbenden, wie ich es bei meinem Stiefvater tat. Er flüsterte ihm Worte zu, wie ich es bei meinem Stiefvater tat. Es waren die letzten paar Minuten seines Lebens, und er verstarb in seinen Armen, so wie mein Stiefvater in meinen.
Und ich brach in verzweifelte Tränen aus, konnte mich nur schwer wieder beruhigen, das Gefühl der Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit, Angst, Verzweiflung von vor nicht ganz einem Jahr kam wieder hoch. Ich bin wohl noch lange nicht durch mit diesem Thema.
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