Voyeurismus
Letztens las ich einen Artikel in einer Zeitung. Ja, werter Leser, manchmal studiere ich Zeitungen. Welch Überraschung. Aber das tut jetzt nichts zur Sache.
Eigentlich möchte ich gerne erzählen, dass in diesem Artikel (wohl anlässlich dieser Show im Privatfernsehen, in der es darum geht, Teenager auf Elterntauglichkeit zu prüfen) stand, dass diverse Shows bzw. Dokus zwar „Wissen“ vermitteln möchten, bzw. eine Art „Therapie“ darstellen möchten, der gemeine Zuseher hingegen möchte seine voyeuristische Ader befriedigen, und lernt nicht daraus.
Ich habe so ein wunderbares Beispiel dafür zu Hause. Mein halber Twintower. Er bestreitet diese Tatsache vehement, doch lieber Leser, entscheiden Sie darüber:
Mein halber Twintower sieht sich Sendungen wie „Mitten im Leben“ oder „Deutschland, deine Teenies“, oder ähnlich gestricktes Zeug an. Des weiteren ist mein halber Twintower Busfahrer. D.h. nein, er fährt den Bus nicht selbst, sondern er fährt mit dem öffentlichen Bus zur Arbeit. Was dazu führt, dass er sich dort des öfteren anhören muss, was Jugendliche untereinander zu besprechen haben. Dazu kommen dann noch Onkel und Tante, die Lehrer sind, und erzählen, wie sehr das Bildungsniveau der heutigen Jugendlichen gesunken ist, und diese Jugendlichen noch nicht mal mehr 10 % von 2000 im Kopf errechnen können.
Was resultiert daraus? Ein Feindbild namens „Jugendliche“. Nicht ein gutes Haar kann er an ihnen lassen. Alle sind verdorben, faul, zu nichts fähig, etc. etc. etc. Ich kann mir das nicht anhören, weil über mich, als ich Jugendliche war, dasselbe gesagt wurde. Menschen entwickeln sich. In die eine oder andere Richtung. Aber sie entwickeln sich. Und manche davon sozusagen hervorragend, auch wenn man in dem pubertierenden Jungen oder Mädchen kein Potential gesehen hat.
Er will nicht sehen, dass es auch die „anderen Jugendlichen“ gibt, die verantwortungsbewusst sind, und vieles richtig machen. Er will auch nicht sehen, dass in diesen Shows und Dokus ausschließlich die schlimmsten Auswüchse zu sehen sind, denn alles andere würde ja keine Einschaltquoten bringen. Wer will schon heile Familie und heile Welt sehen? Dafür gibt’s Rosamunde Pilcher.
Ich finde halt die einseitige Sichtweise „alle Jugendlichen sind verantwortungslos, denken nicht nach, sind faul, haben keine Ziele und sehen keinen Sinn im Leben“ nicht gerade förderlich, und auch nicht zweckmäßig, denn wenn ich das denken würde, wäre unsere Welt in der nächsten Generation dem Untergang geweiht.
Eigentlich möchte ich gerne erzählen, dass in diesem Artikel (wohl anlässlich dieser Show im Privatfernsehen, in der es darum geht, Teenager auf Elterntauglichkeit zu prüfen) stand, dass diverse Shows bzw. Dokus zwar „Wissen“ vermitteln möchten, bzw. eine Art „Therapie“ darstellen möchten, der gemeine Zuseher hingegen möchte seine voyeuristische Ader befriedigen, und lernt nicht daraus.
Ich habe so ein wunderbares Beispiel dafür zu Hause. Mein halber Twintower. Er bestreitet diese Tatsache vehement, doch lieber Leser, entscheiden Sie darüber:
Mein halber Twintower sieht sich Sendungen wie „Mitten im Leben“ oder „Deutschland, deine Teenies“, oder ähnlich gestricktes Zeug an. Des weiteren ist mein halber Twintower Busfahrer. D.h. nein, er fährt den Bus nicht selbst, sondern er fährt mit dem öffentlichen Bus zur Arbeit. Was dazu führt, dass er sich dort des öfteren anhören muss, was Jugendliche untereinander zu besprechen haben. Dazu kommen dann noch Onkel und Tante, die Lehrer sind, und erzählen, wie sehr das Bildungsniveau der heutigen Jugendlichen gesunken ist, und diese Jugendlichen noch nicht mal mehr 10 % von 2000 im Kopf errechnen können.
Was resultiert daraus? Ein Feindbild namens „Jugendliche“. Nicht ein gutes Haar kann er an ihnen lassen. Alle sind verdorben, faul, zu nichts fähig, etc. etc. etc. Ich kann mir das nicht anhören, weil über mich, als ich Jugendliche war, dasselbe gesagt wurde. Menschen entwickeln sich. In die eine oder andere Richtung. Aber sie entwickeln sich. Und manche davon sozusagen hervorragend, auch wenn man in dem pubertierenden Jungen oder Mädchen kein Potential gesehen hat.
Er will nicht sehen, dass es auch die „anderen Jugendlichen“ gibt, die verantwortungsbewusst sind, und vieles richtig machen. Er will auch nicht sehen, dass in diesen Shows und Dokus ausschließlich die schlimmsten Auswüchse zu sehen sind, denn alles andere würde ja keine Einschaltquoten bringen. Wer will schon heile Familie und heile Welt sehen? Dafür gibt’s Rosamunde Pilcher.
Ich finde halt die einseitige Sichtweise „alle Jugendlichen sind verantwortungslos, denken nicht nach, sind faul, haben keine Ziele und sehen keinen Sinn im Leben“ nicht gerade förderlich, und auch nicht zweckmäßig, denn wenn ich das denken würde, wäre unsere Welt in der nächsten Generation dem Untergang geweiht.
flyhigher - 2009/06/10 07:59
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